information superhighway Daten, Menschen, und wie sie miteinander umgehen

7Dec/090

Vormerken: UXcamp Europe 2010

UXcamp europe 2010
Interessant wars beim Berliner User Experience Barcamp 2009 – wie immer gab es einige hochgradig spannende Sessions, und einige, die eher so lala waren. Nächstes Jahr wird das Berliner Camp ein bisschen über den Tellerrand schauen und auf Englisch als UXcamp Europe abgehalten. Zeitlich wird das Ganze dann auch in der Nähe der UPA Hauptkonferenz in München (Usability Professionals' Association) liegen. Und zwar am 29. und 30.05.2010. Wieder in Berlin. Gleich schonmal eintragen...

9Nov/090

Online-Redaktionen: der Mauerfall und die Wiedervereinigung der Gehirnhälften

Das schönste redaktionelle Online-Feature zum Mauerfall kommt natürlich nicht aus Deutschland. Die New York Times hat mal wieder vorgemacht, wie man mit relativ einfachen Mitteln einen sehr prägnanten Effekt erzielen kann. Und so wandert der Link auch gerade als Empfehlung durchs Web. Was hier besonders deutlich wird: nicht die riesigen funkelnden Flash-Anwendungen mit interaktiver Karte und dutzenden Bildern in Slideshows gewinnen, sondern der größte Effekt mit dem geringsten Aufwand – sowohl für den Benutzer als auch bei der Erstellung.

New York Times - Mauerfall Special

New York Times - Mauerfall Special

Zum Vergleich: das Mauerfall-Special von Morgenpost Online. Ja, das ist toll. 3D und mit Karte vom Mauerverlauf. Und hervorragendes Design mit ansprechender Typographie. Aber kommt darin irgendetwas vor, was wir nicht in ähnlicher Form schon lange kennen? Wir wissen doch, wo die Mauer verlief, zumindest grob. Das Beispiel von der New York Times zeigt wunderbar, wie eine schlichte und unprätentiös umgesetzte Idee trotzdem mehr Emotionen weckt.

Morgenpost Mauerfall Special

Morgenpost Mauerfall Special

Für alle, die sich mit Informationsarchitektur und Usability beschäftigen ist dieser Vergleich auch aus einem anderen Grund interessant: viel zu selten denkt man nämlich als Konzeptioner oder Designer an die Frage "Mit welcher Gehirnhälfte des Nutzers "spreche" ich eigentlich gerade?". Schließlich ist eine Hälfte unseres Hirnkastls für Mathematik, Logik und alle harten Fakten zuständig, während sich in der anderen Hälfte Gefühle, Glaube und so ziemlich alles Abstrakte tummeln. Beinahe kurios ist es da natürlich, dass bei näherem Hinsehen die Version der Morgenpost (die ja von der Aufbereitung offensichtlich verspielt, lebendig und interessant sein soll) viel mehr unsere Fakten-Hälfte anspricht. Die vielen kleinen Navigationselemente analysieren wir erstmal, versuchen zu verstehen, was uns da geboten wird – und dann steckt in dem bunten, lebendigen Ding vor allem eines drin: Zahlen, Daten, Namen, Fakten. Die sind sicher in dieser gelungenen Aufbereitung besser zu verstehen, aber trotz Blinkiblinki für große Emotionen nicht gut.

Drum merke dir, oh Informationsarchitekt: Wenn man sich denn die Frage nach der angesprochenen Gehirnhälfte stellt, dann ist es ratsam, zwischen Aufbereitung, Interaktion und Inhalten zu unterscheiden.

Nachtrag: auch das Feature in der Serie "The Big Picture" des Boston Globe ist mal wieder sehr gelungen. Size matters. Und: die Bilder wirken gleich ganz anders, ohne nerviges durchgeklicke und all die popligen kleinen Linkelemente und Buttons, die bei einer Bildergalerie sonst dazugehören. Deutsche Newsportale sind zu PI-gierig für sowas.

27Jul/090

Informationsarchitektur: Der Wissenschaftsartikel der Zukunft?

evier_wissenschaftsartikel

Der ziemlich große Wissenschaftsverlag Elsevier denkt darüber nach, wie ein wissenschaftlicher Aritkel in Zukunft im Web aussieht. Das ist vor allem spannend, weil hier im Vergleich zu Publikumstiteln sehr viel mehr Meta-Informationen (Quellen, Autoren, Danksagungen...) zu berücksichtigen sind. Eigentlich gibt es dabei was die Darstellung angeht nicht so viel neues: Reiterchen, AJAX-Dinge, alles sehr dynamisch. Trotzdem ist dieser Aufwand sehr bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass selbst bei großen Publikumstiteln sich immernoch in jedem zweiten Online-Artikel Hinweise wie "siehe Seite 12" oder "siehe Kasten rechts" befinden. Und bemerkenswert ist auch die Vielzahl an Content-Tools mit denen die Inhalte hier beackert werden: Quellen alphabetisch, Quellen-Autoren alphabetisch, u.s.w. Mitunter hat man sogar das Gefühl, dass zu viele Optionen angeboten werden, und die wichtigen Inhalte in Konkurrenz zu Sortiermöglichkeiten und anderen Content-Tools stehen. Und auch das versenden von Links in tefere Inhalte dürfte sich als Problem herausstellen: Dank dynamischer Inhalte liegt schließlich alles unter der URL des Artikels und man landet stehts beim Einstieg.

Zum kucken:

Artikel-Beispiel 1, Artikel-Beispiel 2