Offtopic: Weekly Picks
- The Empty Quarter (Paris) präsentiert eine Photo-Ausstellung, in der Dubai und Star Wars aufeinandertreffen. Sehr sehenswert. Tipp: Den kleinen "View all" Button nicht übersehen! Say yay for Zukunftismus!
- Vintage Voyeurism: The Economist berichtet über eine Porno-Sammlung aus dem 18. Jahrhundert, die im Londoner Innenministerium beim sortieren von Aktenbeständen gefunden wurde. Man entdeckt schließlich nicht nur auf uralten Festplatten Überraschungen.
- Slate.com: Ingenieurwesen und Religion haben ja eigentlich nur geringe Schnittmengen. Warum haben dennoch so viele Terroristen ein Ingenieursdiplom?
- AbstruseGoose: Comic Strip zur "Hi, I'm a Mac"-Kampagne von Apple
- The Oatmeal: 10 Dinge, über die man nicht twittern sollte
- Rezessions-Sparversion: das iPhone-Dock aus Papier
Die Vermessung des Webs: Zahlenspiele
Ein ganz normaler Tag im Internet... gefunden bei Indiskretion Ehrensache.

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Best Practice Mass Customization: Muppets for the masses!
Oh, ist das schön! Nein, mehr als schön, wunderbar! Kermitesk! Beim amerikanischen Spielwarenversender F A O Schwarz kann man sich seinen eigenen Muppet aus dem Baukasten zusammenstellen und produzieren lassen. Aus verschiedenen Grundformen, Nasen, Augen und Bekleidung lassen sich (grob im Kopf überschlagen) 235.872 verschiedene Muppets zusammenstellen. Eine Armee von Muppets! Das Ganze ist mit 129,99$ keineswegs geschenkt, aber angesichts der Individualisierung im Preis doch irgendwie gerechtfertigt.
Patentpiraten aus dem All

Irdische Fanatiker im Zeichen des geistigen Eigentums haben uns schon immer gewarnt: Das Klauen von eben diesem wird unser aller Untergang. Nun ist es geschehen. Wer es nicht in den Neuen Garten Eden schafft, den erledigt die Apokalypse. Eine gerechte Strafe für uns Sünder. Und das alles weil fiese Außerirdische (oder Engel..., oder sowas in der Art) das US-Patent mit der Nummer 7,107,286 verletzt haben. Wie konnte es nur soweit kommen?
Zum Hintergrund: Nicolas Cage spielt im Film "Knowing" den gottesungläubigen MIT-Prof John Koestler. Es gelingt ihm ein geheimnisvolles Papier zu entschlüsseln, in welchem die Geodaten von Orten enthalten sind, an denen sich Katastrophen ereignet haben, in der Vergangenheit ... und in der Zukunft.
In der Zukunft? Alberne Fiktion? Mitnichten! Die verwendete Technik ist angeblich so oder so ähnlich im eingangs bezeichneten Patent geschützt. Dieses Patent befindet sich sich in den Händen des Unternehmens Global Findability, Inc., das in Washington, D.C. auf unserem Planeten zu finden ist. Und die Genies dort unter der Leitung ihres Bosses Carl Burnett sind not amused, dass ihr - im wahrsten Sinne des Wortes - zukunftsweisendes geistiges Eigentum geklaut wurde. Und das auch noch von Außerirdischen (oder Engeln..., oder sowas), denn diese haben ja die eigentliche Patentverletzung begangen, als sie die Schauplätze als Geodaten in natürlichen Zahlen auf dem Papier verschlüsselten ... im Film [sic!].
Da Global Findability leider, trotz ihres vielversprechenden Mottos We Make Everything Easy to Find, wohl unüberwindbare Schwierigkeiten hatte, die Außerirdischen (oder Engel...) aufzufinden, die im besagten Film das besagte Patent verletzten, haben Burnett und seine Anwälte kurzerhand die Produktionsfirmen Summit Entertainment, LLC und Escape Artists, LLC vor einem Bezirksgericht in Washington wegen Patentverletzung verklagt. Ich sehe drei mögliche Ergebnisse des Gerichtsverfahrens:
- Die erste und (angesichts gängiger US-Patentpraxis) wahrscheinlichste Möglichkeit läuft darauf hinaus, dass der patentverletzte Bernett und seine Leute von Global Findability für ihren Geokodierungs-Geniestreich mit vergangenen und zukünftigen Katastrophen bald mit Gold überschüttet werden, weil die Außerirdischen (oder Engel... oder Filmproduzenten und andere Dämonen) die Lizenzen nachbezahlen müssen, bevor sie die Welt endlich auslöschen dürfen.
- Oder dieses Mal siegt das Gute, immerhin sitzen die Produktionsfirmen nahe Hollywood, ein Happy End ist greifbar nahe: Global Findability untersagt einfach allen Bösen auf der Welt ihr Patent zu verletzen und im Anschluss auch noch eben jene Welt untergehen zu lassen.
- Dritte und unwahrscheinlichste Möglichkeit: ein Bezirksrichter erklärt Herrn Burnett und seinen Anwälten den Unterschied zwischen Realität und Fiktion, vielleicht am leicht verständlichen Beispiel des Weihnachtsmanns.
Jedenfalls ist klar: Die Existenz der Menschheit - ach was, der ganzen Welt! - steht auf dem Spiel. Der Ausgang ist ungewiss. Information Superhighway wird versuchen bis zur letzten Sekunde online zu bleiben.
PS: Falls jemand weiß, wo man vorab einen DSL-Anschluss mit Flatrate im Neuen Garten Eden beantragen kann, bitte schnell bei uns melden, es eilt, danke!
Autor: ISUP Weltraumkorrespondent Anastasios Hatzis
Bild: NASA/courtesy of nasaimages.org
Die Zukunft war früher einfach cooler
"These spectacular conceptions will lead to new dimensions for the american highway. Such visionary ideas, which today seem sheer fantasy will be common to future generations".
Der Disneyland-Film "Magic Highway USA" ist schon einiges älter, als der Begriff vom "Information Superhighway"... und trotzdem tauchen auch hier im Jahr 1958 natürlich schon ein bisschen Informationstechnologie und Usability auf.
"As in the past, the highway will continue to play a vital role in the progress of civilisation. It will be our magic carpet to new hopes, new dreams, and a better way of life for the future". Moment, die meinen Internet, oder?
Gefunden bei BoingBoing.
Die britische SUN mit Pen-Touch-Interface
Während TIME Inc. noch an dem Magazin für Touch-Oberflächen arbeitet hat die britische SUN ihr Produkt schon im Laden. Seit 1969. Gefunden bei Thomas Knüwer, und im Gegensatz zu ihm finde ich den Spot brilliant. Als Reklame, im Fernsehen. Und nicht als strategisches Statement.
Vormerken: UXcamp Europe 2010

Interessant wars beim Berliner User Experience Barcamp 2009 – wie immer gab es einige hochgradig spannende Sessions, und einige, die eher so lala waren. Nächstes Jahr wird das Berliner Camp ein bisschen über den Tellerrand schauen und auf Englisch als UXcamp Europe abgehalten. Zeitlich wird das Ganze dann auch in der Nähe der UPA Hauptkonferenz in München (Usability Professionals' Association) liegen. Und zwar am 29. und 30.05.2010. Wieder in Berlin. Gleich schonmal eintragen...
Kathrin Passig über Standardsituationen der Technologiekritik
"Schon Praktiken und Techniken, die nur eine Variante des Bekannten darstellen – wie die elektrische Schreibmaschine als Nachfolgerin der mechanischen –, stoßen in der Kulturkritikbranche auf Widerwillen. Noch schwerer haben es Neuerungen, die wie das Telefon oder das Internet ein weitgehend neues Feld eröffnen. Wenn es zum Zeitpunkt der Entstehung des Lebens schon Kulturkritiker gegeben hätte, hätten sie missmutig in ihre Magazine geschrieben: »Leben – what is it good for? Es ging doch bisher auch so.«"
Sehr lesenswert. Und es gibt mehr davon hier.
Last.fm steigt bei Vevo von Universal Music, Sony und Google ein

Was bisher eher platzhaltermäßig mit einem rudimentären Blog daherkommt startet am 8. Dezember als neue Video-Plattform von Universal Music, Sony Music und Google: Vevo. CBS steigt nun zusätzlich mit seinen amerikanischen Radiosendern und last.fm in das Projekt ein. Vevo soll ein neues Zuhause werden für "Premium Music Content" – also zum Beispiel auch für Mitschnitte von Studio-Auftritten und Interviews von CBS. Und natürlich bringt auch Universal seine umfangreichen Rechte an Videomaterial, z.B. für Musikvideos oder Konzertmitschnitte mit ein.
Auch bislang schon sind offizielle Musikvideos eine der wichtigsten Inhaltsarten auf Youtube, sowohl in Menge als auch in Abrufzahlen – und haben dort ein riesiges Publikum. Otto Normaluser wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auch weiterhin eher auf Youtube nach Band-Content suchen, und die Begründungen von den Projekttreibern Google und Universal für ihre Initiative blieben bislang eher wolkig. Man will eben das Hulu für Musikvideos werden, auch wenn es da neben Youtube auf Nutzerseite wohl kaum Bedarf gibt.
Die Beweggründe für Vevo dürften also eher politischer Art sein:
- Immer wieder laufen Lizenzdeals aus, die Google mit den Major Labels hat. Als User merkt man das, wenn plötzlich wieder bei vielen Videos der Ton fehlt und Urheberechtshinweise erscheinen. Die Labels erhalten für gespielte Videos Micro-Beträge sowie Beteiligungen an den Werbeerlösen. Mit Vevo wollen die Labels also nun nicht nur ein kleines Stückchen vom Kuchen, sondern selbst einen backen. Für zukünftige Lizenzverhandlungen entsteht hier auch zusätzliche Verhandlungsmasse. Man ist nicht mehr nur Content-Produzent und Verbreiter, sondern sitzt fortan auch ein Stück weit im gleichen Boot.
- Ein separates Portal ermöglicht auch ein eigenes Setting an Regeln, Prozessen und Features. Sehr viele Features bei Youtube werden von den Standardnutzern als unwichtig bewertet und existieren vor allem deshalb so prominent, weil sie den Uploadern am Herzen liegen (z.B. Feedbacks, Bewertungen, Video-Antworten). Und "Uploader" wird es dem Anschein nach bei Vevo nicht geben. Man darf also spekulieren, dass solche Features bei Vevo zwar auch vorkommen werden, aber eher in den Hintergrund treten. Und dass Dinge auf Vevo einfach ein wenig anders funktionieren – zugeschnitten auf die Interessen der Labels.
- Ein separates Portal, an dem Universal und Sony Music Anteile halten ermöglicht es Ihnen aber auch, dieses zu bewerben ohne als Nebeneffekt Youtubes Markenwert und Beliebtheit zu steigern – wovon man ja nun herzlich wenig hätte. Im Gegenteil: dadurch würde die Abhängigkeit von Youtube als Promotion-Medium eher noch steigen. Schon jetzt kann man getrost davon ausgehen, dass Youtube hier ebenso wichtig ist wie MTV. Hier ist Vevo eine strategisch elegante Lösung.
Fazit: Vevo wird aus Nutzersicht nicht wirklich gebraucht, ist aber aus seitens der Musikindustrie absolut überfällig, so wie Hulu es für TV war. Ebenso wie bei iTunes hat sich die Musikindustrie die Butter vom Brot nehmen lassen. Jetzt die inhaltliche Kooperation mit Google zu suchen anstatt weiter mit Insellösungen herumzukrebsen ist richtig und konsequent.



