Das iPhone als Studio-Equipment
Wenn kurz vor der nächsten Nachrichtensendung sämtliche Telefone und Computer des Sendezentrums den Geist aufgeben, dann darf man von panischen Reaktionen ausgehen. Die Texte für die BBC-Radionachrichten vor ein paar Tagen ließen sich nicht ausdrucken oder sonstwie verarbeiten, und so musste eine schnelle Lösung her. Die einzig verfügbare: Sprecherin Allison Rooper bekam die Texte auf ihr iPhone gemailt und las sie von dort ab. Hat funktioniert. Mehr dazu: Daily Mail
Google Wave Invitations übrig
Es sind noch einige Google Wave Invitations übrig. Sie sind ungenutzt, originalverpackt und befinden sich in tip-top-Zustand. Abzugeben gegen Abholung. Bei Bedarf einfach eine Mail an roadhouse@ {diese domain hier} oder hier einen Kommentar hinterlassen!
iPhone: der Club der toten Apps

"My spoon is too big!"
Wenn hunderte Entwickler durch einen komplizierten, langsamen und intransparenten Freigabe-Prozess frustriert werden, dann ist es vermutlich nur eine Frage der Zeit, bis daraus ein Mem wird. Konkret: der Freigabeprozess für den App Store. Hier werden die Kriterien oft nicht nachvollziehbar oder einfach nur unfair angewandt, und erste renommierte Entwickler wenden sich von der Plattform ab. Bei ARM ("Apple rejected me") können sie die Gründe eingeben, warum Apple sie nicht liebt, und natürlich finden sich da vor allem Perlen wie "I tried to think different, but Apple rejected my App" und der kleine Windows-Seitenhieb "I made an app that gave you a ‘START’ button to turn off your phone". Oder: "I made an app that proved Apple was better than PC. The problem? It was ported from linux."
Jenseits vom Tellerrand: Mobile Payment der anderen Art im Irak
Irakis lieben ihr Mobiltelefon. Das Wachstum an neuen Anschlüssen war zuletzt enorm – trotz manchmal miserablen Netzen und einem stark fragmentierten Markt mit regional stark schwankender Netzverfügbarkeit. Besonders populär: die Nummerncodes, mit denen sich Prepaid-Telefone aufladen lassen dienen als Zahlungsmittel, das sich per SMS verschicken oder am Telefon übermitteln lässt. Sehr schlau, eigentlich! So muss das Haus nicht verlassen werden, wenn man eben mal besser zuhause bleibt. Und das kommt ja nunmal vor im Irak. Selbst Prostituierte lassen sich als "scratch card concubines" inzwischen mit Prepaid-Codes bezahlen. Das alles und mehr beschreibt dieser sehr interessante Artikel im Economist.
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Google-Relaunch: mit kleinem Trick die Preview anschauen

Die neue Google-Startseite in der Preview-Version
Relaunches gibt es viele, aber wenn Google es tut, dann gehört es in die Kategorie "webbewegend". Natürlich wäre es überrschaschend, wenn hier radikale Änderungen kämen, aber diesmal gibt es doch ziemlich viele neue Details.
GIZMODO hat heute einen kleinen Trick vorgestellt, der es ermöglicht, schon jetzt die neue Google-Suche vorab auszuprobieren. Die Ingenieure in Mountain View und anderswo arbeiten ja schon seit längerer Zeit an einer neuen Version mit vielen kleinen Optimierungen und neuen Funktionen.
So funktionierts:
- Die amerikanische Google-Seite (.com) öffnen. Meistens wird man auf die deutsche Version umgeleitet... dann einfach www.google.com/ncr verwenden
- Den folgenden Code in die Adresszeile des Browsers eingeben (ohne http:// oder ähnliches, sowie ohne Zeilenumbrüche natürlich!) und Enter drücken. Dieses Skript macht Dinge mit den Google-Cookies, wudurch man anschließend die neue Seite sehen kann. Der Zaubercode:
javascript:void(document.cookie="PREF=ID=20b6e4c2f4494
3bb:U=4bf292d46faad806:TM=1249677602:LM=12579193
88:S=odm0Ys-53ZueXfZG;path=/; domain=.google.com"); - Google.com oder Google.com/ncr noch einmal laden – jetzt sollte die neue Version erscheinen

Preview des Google Relaunches: neue Funktionen und bessere Integration der Spezialsuchen
Das sind die wichtigsten Neuerungen:
Es wurde ja auch schon oft spekuliert, wann der "I'm feeling lucky"-Knopf verschwindet – aber noch ist er drin. Er wird zwar selten benutzt (und ist über Suchformulare, die bspw. in den Browser integriert sind gar nicht verfügbar)... aber er kostet Google schließlich bares Geld. Wer über den Button direkt auf das erste Suchergebnis geleitet wird klickt schließlich nicht auf die Google-Ads, die auf dem "Zwischenhalt" Suchergebnisliste erscheinen würden.
Fazit:
Rundherum saubere Sache – war ja auch nicht anders zu erwarten. Was ein bisschen irrtiert ist die Tatsache, dass Google Marken-Chaos spielt. Manchmal (wie z.B. in Printanzeigen, einigen online-Anwendungen und Hilfe-Videos) ist das Logo ganz eindimensional, online hat es bislang eine stark ausgeprägte Dreidimensionalität, und in der neuen online-Version fühlt es sich dann auch wieder ganz anders an... so ein kleines bisschen dreidimensional. Marissa Mayer, Such-Chefin von Google, ist ja bekannt dafür, dass sie schonmal 30 verschiedene Blautöne für eine Anwendung hat testen lassen – aber hier liegt auch eine der wenigen Schwächen von Google. In Sachen Marke und Design lässt sich zwar vieles und sinnvoll testen. Was man trotzdem braucht sind hier die eigene Überzeugung und die eigene Definition, die sich dann durchzieht. Hier liegt der große methodische Unterschied zwischen Google und Apple, trotz allem gemeinsamen Perfektionismus.
Teenie-Magazin enthüllt: das neue iPad

Ein deutsches Magazin "enthüllt" wo andere nur spekulieren: das künftige iPad
Online-Redaktionen: der Mauerfall und die Wiedervereinigung der Gehirnhälften
Das schönste redaktionelle Online-Feature zum Mauerfall kommt natürlich nicht aus Deutschland. Die New York Times hat mal wieder vorgemacht, wie man mit relativ einfachen Mitteln einen sehr prägnanten Effekt erzielen kann. Und so wandert der Link auch gerade als Empfehlung durchs Web. Was hier besonders deutlich wird: nicht die riesigen funkelnden Flash-Anwendungen mit interaktiver Karte und dutzenden Bildern in Slideshows gewinnen, sondern der größte Effekt mit dem geringsten Aufwand – sowohl für den Benutzer als auch bei der Erstellung.

New York Times - Mauerfall Special
Zum Vergleich: das Mauerfall-Special von Morgenpost Online. Ja, das ist toll. 3D und mit Karte vom Mauerverlauf. Und hervorragendes Design mit ansprechender Typographie. Aber kommt darin irgendetwas vor, was wir nicht in ähnlicher Form schon lange kennen? Wir wissen doch, wo die Mauer verlief, zumindest grob. Das Beispiel von der New York Times zeigt wunderbar, wie eine schlichte und unprätentiös umgesetzte Idee trotzdem mehr Emotionen weckt.

Morgenpost Mauerfall Special
Für alle, die sich mit Informationsarchitektur und Usability beschäftigen ist dieser Vergleich auch aus einem anderen Grund interessant: viel zu selten denkt man nämlich als Konzeptioner oder Designer an die Frage "Mit welcher Gehirnhälfte des Nutzers "spreche" ich eigentlich gerade?". Schließlich ist eine Hälfte unseres Hirnkastls für Mathematik, Logik und alle harten Fakten zuständig, während sich in der anderen Hälfte Gefühle, Glaube und so ziemlich alles Abstrakte tummeln. Beinahe kurios ist es da natürlich, dass bei näherem Hinsehen die Version der Morgenpost (die ja von der Aufbereitung offensichtlich verspielt, lebendig und interessant sein soll) viel mehr unsere Fakten-Hälfte anspricht. Die vielen kleinen Navigationselemente analysieren wir erstmal, versuchen zu verstehen, was uns da geboten wird – und dann steckt in dem bunten, lebendigen Ding vor allem eines drin: Zahlen, Daten, Namen, Fakten. Die sind sicher in dieser gelungenen Aufbereitung besser zu verstehen, aber trotz Blinkiblinki für große Emotionen nicht gut.
Drum merke dir, oh Informationsarchitekt: Wenn man sich denn die Frage nach der angesprochenen Gehirnhälfte stellt, dann ist es ratsam, zwischen Aufbereitung, Interaktion und Inhalten zu unterscheiden.
Nachtrag: auch das Feature in der Serie "The Big Picture" des Boston Globe ist mal wieder sehr gelungen. Size matters. Und: die Bilder wirken gleich ganz anders, ohne nerviges durchgeklicke und all die popligen kleinen Linkelemente und Buttons, die bei einer Bildergalerie sonst dazugehören. Deutsche Newsportale sind zu PI-gierig für sowas.




